Top Finish beim Ironman Regensburg

Aug 2, 2010   //   by Chris   //   Blog  //  No Comments

Mit dem 4. Platz und einer klaren persönlichen Bestleistung von 8:25:30 habe ich gestern den Ironman Regensburg gefinisht. Leider weiß ich nicht so recht ob ich lachen oder weinen soll! Zum einen habe ich Bestzeit in allen 3 Disziplinen, u. a. endlich mal einen Marathon unter 3 Stunden hingelegt, zum andern habe ich damit die Hawaiiquali um gut 2 Minuten verpasst.

 

Doch der Reihe nach. Am morgen um 7 Uhr viel für alle 2300 Athleten aus 54 Nationen der Startschuss gemeinsam. Es gab also keinen separaten Profistart wie bei so viel anderen Rennen. Wäre ja auch kein Problem, doch man gewährte uns einen kleinen Vorsprung von ca. 5 Metern, was zur Folge hatte, dass wir alle bis zur Brust im Wasser standen während alle andern 2300 Amateure, von denn es ja bekanntlich auch brutale Schwimmer gibt, mit festem Boden unter den Füßen hinter uns kampfesbereit auf den Startschuss warteten. Ich wusste vorher schon, dass dies ein Massaker erwarten ließ, denn nicht alle Profis schwimmen wie ein Faris Al-Sultan oder Andi Böcherer. Wir bis zum Hals im Wasser konnten natürlich nicht mit Anlauf und Delphinsprüngen das Schwimmen angehen. So befand ich mich wie so viele andere Kollegen zeitgleich mit dem Startschuss mitten im Geschehen. So schwamm ich auf den ersten 500 Metern nicht um eine gute Ausgangsposition fürs Radfahren zu bekommen sonder wahrlich um mein Leben zu retten. Zum Glück wurden nach weitern 500 Metern alle etwas langsamer und das Feld hatte sich entzerrt. Dann fand ich meine Rhythmus und diesmal sogar eine kleine Gruppe die mein Tempo einschlug. Nach 52:32 war ich dem “Ungeheuer” im Guggenberger See dann endgültig als 9. Pro entkommen.

 

Beim Radfahren schlug ich gleich ein hohes Tempo ein und machte auch sofort Plätze gut. An den Anstiegen in der ersten Runde konnte ich alle Verfolger abschütteln und hatte ein gutes Gefühl. Auf dem anschließenden Flachstück konnte ich immer noch richtig Druck machen und fuhr bis auf den 4. Platz vor allerdings mit etwas großem Rückstand auf die Spitze um Faris, Böcherer und Reichel. Zwei Andere, die ich grade überhlte, konnte ich zunächst noch nicht abschütteln, versuchte aber an den Anstiegen in der 2. Runde sehr hart zu fahren, was mir weh tat, aber den Verfolgern auch. Einer musste noch vor dem höchsten Punkt am Brennberg abreißen, zum Anderen konnte ich nachdem ich im Flachstück gegen den Wind immer wieder aus dem Sattel ging und heftig Druck machte mit Müh und Not eine kleine Lücke reißen. Als er diese nicht mehr schließen konnte, war es um ihn geschehen. Ein Kampfrichter signalisiert mir mit dem Daumen nach oben meine erfolgreiche Attacke. Dadurch schmolz auch der Rückstand auf Platz 3, der auf den letzten Kilometern nur noch 2 Minuten auf den schnellen Schwimmer Horst Reichel betrug. Mit 4:33:41 Std. bog ich mit der vierschnellsten Radzeit in die Wechselzone ein und handelte mir dabei noch eine Gelbe Karte ein, da ich 2 m zu spät vom Rad stieg. Allerdings ohne Zeitverlust, da nur meine Nummer registriert wurde und ein “P” auf meine Startnummer gemalt wurde.

 

Als ich dann aus der Wechselzone lief hatte ich plötzlich den Horst 50 Meter vor mir, was mich sofort animierte das Tempo hoch zu halten, was ich sowieso vor hatte, doch so viel es mir leichter. Mit meiner Garmin GPS Uhr war ich immer genaustens informiert welches Tempo ich laufe. So lief ich die ersten 2 km in einem Schnitt von 3:30 min/km und war ab Km 1 auf dem 3. Platz. Dann lief ich schön meinen Rhythmus weiter immer knapp unter dem 4er Schnitt. Das klappte gut bis ca. km 28. Dann bekam ich etwas Magenprobleme und musste ein Dixi aufsuchen, im Wissen das mein Vorsprung nach hinten 4 min betrug. Nicht viel Zeit dabei verloren, doch es lief nicht mehr ganz so rund obwohl ich mit ungefähr einem 4:10er Schnitt immer noch gut unterwegs war. Bei km 30 passierte ich bei knapp über 2 Stunden, doch die Schritte wurden immer noch schwerer. In der letzten von 4 Laufrunden erfuhr ich dann dass mein Vorsprung auf Nils Görke von 4:30 auf 1:30 min geschrumpft war. Das bekam mir gar nicht gut. Ich versuchte mich nochmals aufzubäumen. Der Magen machte auch wieder Zicken und es ging einfach nicht mehr so schnell wie anfangs. Bei km 37 oder 38 war es dann so weit. Ich hörte für ca. 3 Sekunden eine wahninns Schrittfrequenz und dann flog er vorbei als ob ich stehen würde! In dem Moment dacht ich: “bin ich jetzt geplatzt oder was?” So dermaßen langsam hab ich mich gefühlt. Kontern ging beileibe nicht zudem ich noch ein kurzes Meeting auf dem Dixi hatte. Danach dauerte es noch mal ein paar Minuten bis ich mich gefangen habe, dann konnte ich wieder in flüssigem Tempo laufen. Nils war natürlich außer Sicht und ich hätte ihn auch ohne Meetings nicht halten können. Er hatte an dem Tag einfach seinen Killer Marathon von 2:48 ausgepackt. Ich kann mir keinen Vorwurf machen. Mit 2:55:25 Std. hatte ich immerhin noch den zweitschnellsten Marathon und persönliche Bestzeit.

 

Faris gewinnt also in 8:13:37 vor Teamkollege Andi Böcherer (8:18:28) und Nils Görke (8:22:57) den Ironman Regensburg. Herzlichen Glückwunsch Jungs, geiles Rennen!

Mit 8:25:30 war ich gut dabei und bin hoch zu frieden. Schade nur, dass es nur 2 Plätze für Hawaii gab. Aber vielleicht lern ich dadurch wieder ein neues Rennen noch dieses Jahr kennen!

 

Ergebnisse unter www.ironman-regensburg.de

 

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