Herzlich willkommen auf den Seiten von

  Christian Brader

Professional Triathlete

 

 

 News   |  Termine  |  Ergebnisse  |  Galerie  |  Über mich  |  Erfolge  |  Equipment  |  Links   |   Kontakt                                            PR-Mappe

Ironman Hawaii 2008

 >> zu meinen Ausrüstern

 

Sprung in die Top 20 beim Ironman Hawaii 2008

 

Mit dem 19. Platz beim 30-jährigen Jubiläum des Ironman auf Hawaii habe ich mein hochgestecktes Ziel, eine Platzierung unter den ersten 20, unter großen Anstrengungen erreicht. Mit 8:50 und ein paar Sekunden schaffte ich unter recht harten äußeren Bedingungen meine persönliche Bestzeit auf Hawaii.

 

 

 

 

 

 

  >> Bildergalerie

  >> Ergebnisse

 

 

 

 

 

 

 

von Seitenwind geplagt auf dem Rückweg nach Kona

Foto: Wandinger

 

Das vierwöchige Training mit dem Hawaiisieger von 2005 Faris Al-Sultan in Palm Springs, hat sich für mich somit völlig ausgezahlt. Beim ersten Blick auf die Starterliste, dachte ich zuerst, ich müsste froh sein wenn ich mein Ergebnis vom Vorjahr wiederholen könnte. Doch dann besann ich mich wieder auf meine Stärken und entschied für mich wie immer mein eigenes Rennen zu machen und mich nicht von großen Namen beeindrucken zu lassen.

 

In den Tagen vor dem Rennen, hatten wir sehr angenehme Temperaturen um die 25° und wenig Sonne. Schon auf der Fahrt am Rennmorgen um 4.30 Uhr von Waikoloa nach Kona, versprach ein sternklarer Himmel allerdings einen sonnigen und somit heißen Renntag. In der Tat waren dies die härtesten Bedingungen, die ich jemals auf Hawaii erlebt habe. Der Wind war in diesem Jahr deutlich zu spüren und kam auf der Radstrecke zu 80% von vorne. Beim Laufen kletterten die Temperaturen im Energy Lab auf über 40°C.

 

Um 6.45 Uhr viel der Startschuss für die Profis, und ich war schon im Vorfeld äußerst glücklich diesmal mit dabei zu sein. Da wir nur etwa 160 Profistarter waren, war der Schwimmstart kein Überlebenskampf so wie in den letzten beiden Jahren als Age Grouper. Die See sah sehr ruhig aus und versprach schnelle Schwimmzeiten. Vom Start kam ich auch relativ gut weg und hatte zunächst Anschluss an eine Gruppe die meinem Schwimmtempo entsprach. Doch irgendwie habe ich diese nach einigen Orientierungsproblemen aus den Augen verloren und schwamm von da an alleine. Kurz vor der Wendeboje holte mich die nachfolgende Gruppe ein mit der ich für meine Verhältnisse recht entspannt gen Pier schwamm. Daher wohl auch meine etwas verkorkste Schwimmzeit von knapp über 59 Minuten, mit der ich natürlich nicht sonderlich zufrieden bin obwohl ich erstmals die Stunde auf Hawaii unterbot. Positiv stimmte mich aber die Tatsache, dass mit Michael Göhner und Petr Vabrusek aus dem Wasser stieg, die zwar nicht als Fische bekannt sind, aber dennoch immer um die 3-4 Minuten schneller schwammen als ich.

 

Der Wechsel aufs Rad ging in knapp 2 min flott von statten. Gleich zu Beginn versuchte ich mit viel Druck zu fahren um einen schnellen Rhythmus zu finden und nicht in Bedrängnis zu kommen von einem nach dem andern überholt zu werden, da das Feld nach dem Schwimmen immer noch recht eng zusammen ist und mit mir einige starke Radfahrer aus dem Wasser stiegen. So setzte ich mich gleich etwas von der Hauptgruppe ab. Nur Stefan Riesen (Schweiz) und Steve Larsen (USA) fuhren in etwa mein Tempo, so dass wir die ersten 80 km auf dem Queen K Highway zusammen bewältigten und das ein oder andere Grüppchen überholten.

 

Der Wind wehte von Beginn an von vorne. Doch als es auf dem stetig ansteigenden Highway zum Wendepunkt nach Hawi richtig anfing zu blasen wurde es sehr anstrengend. Der Wind kam nun in Böen von bis zu 70 km/h mal von vorne mal von der Seite. Meine Getränkevorräte waren seit der letzten Verpflegungsstation, welche alle 10 Meilen auftauchen sollte, restlos aufgebraucht. Ich wartete vergebens darauf, dass die nächste Getränkestation vielleicht nach der nächsten Kuppe erscheint. Doch es war nichts zu sehen. Ohne Wasser konnte ich auch keine Nahrung und kein Salz zu mir nehmen, was ich bitter nötig gehabt hätte. Ich dachte schon daran, dass der Veranstalter uns ärgern wollte und gerade in diesem Segment eine Station gestrichen hat. Als sie dann nach weiteren mühsamen Kilometern endlich erschien war ich so beschäftigt mir alle nur möglichen Flaschen die ich bekommen konnte irgendwo am Rad unterzukriegen und gleich mit Essen und Trinken zu beginnen, dass mir in diesem Moment meine zwei Begleiter, die ich vorher immer unter Kontrolle hatte, entwischten.

 

So war ich auf den restlichen 10 km bis Hawi, wo der Wind dann frontal von vorne blies, auf mich allein gestellt. Am Wendepunkt wusste ich dann, dass ich auf Platz 38 liegend  ganz passabel unterwegs war und auf die Spitze nicht all zu viel Zeit verloren hatte.

Die nun folgenden 5 bis 7 km waren die Schönsten....bergab und Rückenwind mit 70 km/h, der sich leider nur all zu schnell zu einem böigen Seitenwind entwickelte. Ab hier war dann Schluss mit Lustig. Die weiteren 20 km entwickelten sich zur Tortour, da sich die großflächigen Rahmen- und Laufradkonstruktionen sich nicht unbedingt mit solchen Böen vertragen. Eine Böe hätte mich dabei fast niedergestreckt als ich einen winzigen Moment unaufmerksam war, während ich an meiner Flaschenippte, die mit 15 Powergels befüllt war. Von nun an nahm ich die Hände nur ungern vom Lenker und die Lust schnell zu fahren fiel rapide.

Als ich diese 20 schlimmsten Kilometer des Rennens endlich überstanden habe war ich ziemlich k.o. und etwas unterernährt. Dies spürte ich an einsetzenden Krämpfen an einem Gegenanstieg in Kawaihae. Deshalb entschloss ich mich etwas Druck vom Pedal zu nehmen um nicht völlig geleert in Kona einzutrudeln. Außerdem spekulierte ich darauf, dass es der Konkurrenz nicht anders ergangen ist und Viele Probleme beim Laufen bekommen würden. Ich meine das war eine gute Entscheidung. Die restlichen 60 km bis Kona fuhr ich gleichmäßig, und holte dennoch den einen oder andern Konkurrenten ein, sodass ich in den Top 30 mit einer Radzeit von etwa 4:44 in den Wechselzone einbog.

 

Den Marathon lief ich ziemlich flott an, etwa im 4er Schnitt. Der hielt etwa 5 km an, dann musste ich einfach etwas an Tempo rausnehmen, da ich es unheimlich heiß empfand. Die ersten 15 km passierte auch noch nicht viel, zwei Plätze gut gemacht und Zwei verloren. Bis dahin lag ich immer knapp in den Top 30. Es war mir ein Rätsel wie ich es schaffen sollte noch mein großes Ziel, die Top 20, zu erreichen, da in diesem Bereich viele um die 3 Stunden laufen können.

Die folgenden 10 km bis zum Energy Lab zogen sich wie immer elendslange hin. Es war weder vor noch hinter mir ein Läufer in Schlagdistanz. Erst als mir im Energy Lab Faris als 9. und dann reihenweise bleiche und strauchelnde Mitfavoriten entgegen taumelten, und der Wendepunkt nicht mehr all zu weit entfernt war, wusste ich dass da noch was geht. Am Wendepunkt angekommen zählte ich mich schon auf dem 24. Platz und holte gleich im Anschluss 3 weitere Athleten ein. So lag ich am Ende des Energy Labs, in dem die Temperaturen wieder unglaublich heiß waren, auf dem 21. Platz mit dem 20. in Sichtweite.

Bis ins Ziel waren es dann noch weitere harte 12 km wo ich den wandernden Bryan Rhodes (Neuseeland) noch kassierte und somit auf dem 20. Platz lag. Auf dem langen geraden Highway, sah ich noch bis auf den auf 13 laufenden "Norminator" vor, doch da ich selbst schon auf dem Zahnfleisch daher kam, konnte keine Aufholjagt fortsetzen, zumal ich mit dem 20. Platz vollauf zu frieden war. Nach 8:50 Stunden und einer Marathonbestzeit von 3:02 h lief zwar als 20. über die "Finischline". Doch da traurigerweise der beste Deutsche Timo Bracht auf Platz 5 disqualifiziert wurde, da er eine Penaltybox nicht angefahren hat, wurde ich auf den 19. Platz gehievt.